Baustoff-Dichte-Tabelle – kg/m³, t/m³ & Schüttdichte
Typische Dichte- und Schüttdichtebereiche für Boden, Sand, Kies, Schotter, Beton, Mauerwerk, Stahl und Holz. Nutzen Sie die Tabelle, um Volumen in eine überschlägige Masse umzuwandeln – aber immer passend zum Materialzustand.
Typische Dichten von Baustoffen und Schüttgütern
Die Werte eignen sich für Vorplanung, Plausibilitätskontrolle und grobe Umrechnung von Volumen in Masse. Bei einer Bestellung, Nutzlastprüfung oder genauen Bauabrechnung hat der Wert des konkreten Produkts bzw. Materials Vorrang.
| Material / Zustand | Typisch kg/m³ | t/m³ | ca. lb/ft³ | Planungshinweis |
|---|---|---|---|---|
| Mutterboden, lose | 900–1.300 | 0,90–1,30 | 56–81 | Feuchte und organischer Anteil können stark schwanken. |
| Boden / Erde, lose | 1.200–1.600 | 1,20–1,60 | 75–100 | Für echten Aushub möglichst Boden- oder Wiegedaten verwenden. |
| Sand, trocken | 1.500–1.650 | 1,50–1,65 | 94–103 | Schüttwert; Körnung und Lagerung beeinflussen die Dichte. |
| Sand, nass | 1.800–2.000 | 1,80–2,00 | 112–125 | Wassergehalt erhöht die Masse des Schüttguts. |
| Kies, trocken / lose | 1.600–1.800 | 1,60–1,80 | 100–112 | Abhängig von Kornform, Sieblinie und Hohlräumen. |
| Schotter, lose | 1.500–1.800 | 1,50–1,80 | 94–112 | Schüttdichte – nicht Rohdichte des massiven Gesteins. |
| Normalbeton, frisch | 2.300–2.450 | 2,30–2,45 | 144–153 | Die konkrete Rezeptur kann den Wert verändern. |
| Ziegelmauerwerk | 1.600–2.000 | 1,60–2,00 | 100–125 | Abhängig von Steinart, Lochanteil und Mörtel. |
| Bau- / Bewehrungsstahl | ≈7.850 | ≈7,85 | ≈490 | Für theoretische Stahlmassen; bei Stäben ist kg/m oft direkter. |
| Nadelholz | 400–600 | 0,40–0,60 | 25–37 | Holzart und Holzfeuchte verursachen große Unterschiede. |
Mit Bereichen arbeiten: Ist der genaue Wert unbekannt, rechnen Sie die Unter- und Obergrenze. So erhalten Sie ein realistisches Massenfenster statt einer scheinbar exakten Einzelzahl.
Volumen in Masse umrechnen
Beispiel: 3,0 m³ Schotter bei einer angenommenen Schüttdichte von 1,70 t/m³ ergeben rund 5,10 t. Gibt der Lieferant für das konkrete Material 1,58 t/m³ an, werden aus denselben 3,0 m³ nur 4,74 t.
Die Geometrie bleibt gleich – verändert wurde nur die Dichteannahme. Genau deshalb sollte die Dichte bei größeren Bestellungen nicht unkritisch aus einer allgemeinen Tabelle übernommen werden.
3-Stufen-Dichteprüfung: Planwert → Lieferantenwert → Ist-Nachweis
Die sinnvollste Dichte kann sich im Projektverlauf ändern. Nutzen Sie anfangs einen Planungsbereich, ersetzen Sie ihn vor der Bestellung durch Produktdaten und kontrollieren Sie kritische Mengen später mit realen Liefer- oder Wiegedaten.
| Stufe | Welche Dichte? | Wofür geeignet? | Was ist zu dokumentieren? |
|---|---|---|---|
| 1. Vorplanung | Bereich aus dieser Tabelle | Frühe Mengenprüfung, Varianten, grobe Logistik | Annahme und verwendeter Materialzustand |
| 2. Bestellung | Lieferanten-/Produktwert | Bestellmenge, Transport, Kostenvergleich | Produkt, Einheit, Schüttzustand, Feuchte falls relevant |
| 3. Ausführung | Wiegeschein, Messwert oder Projektdaten | Nachkalkulation, Nutzlast, tatsächlicher Verbrauch | Ist-Masse, Ist-Volumen und tatsächlicher Zustand |
Praxisnutzen: So bleibt nachvollziehbar, warum eine frühe Schätzung später von der gelieferten Tonnage abweichen kann, ohne dass die ursprüngliche Rechnung mathematisch falsch war.
Gewachsen, lose und verdichtet nicht vermischen
Ein Boden im natürlichen Verband, derselbe Boden nach dem Lösen und ein eingebautes verdichtetes Schüttgut beschreiben unterschiedliche Zustände. Das Volumen kann sich ändern, obwohl die feste Materialmenge ähnlich bleibt.
Beim Aushub ist deshalb zwischen festem Aushubvolumen und losem Volumen nach Auflockerung zu unterscheiden. Bei einer Tragschicht wiederum ist die fertige verdichtete Schicht nicht automatisch mit dem losen Lieferzustand identisch.
Die wichtigste Regel lautet: Volumenzustand und Dichtezustand müssen zusammenpassen.
Schüttdichte ist nicht Rohdichte
Bei Kies und Schotter enthält ein Kubikmeter auch die Hohlräume zwischen den Körnern. Deshalb ist die Schüttdichte deutlich niedriger als die Dichte des massiven Gesteins.
Für eine lose Lieferung in m³ benötigen Sie daher einen Wert, der den Schüttzustand beschreibt. Die Rohdichte des einzelnen Steins wäre für diese Aufgabe der falsche Parameter.
Dasselbe Prinzip gilt bei vielen körnigen Baustoffen: Die richtige Materialbezeichnung allein reicht nicht – auch der Zustand muss stimmen.
Woher kommt ein genauerer Dichtewert?
Lieferant / Kieswerk / Baustoffhandel
Für Kies, Schotter, Splitt und Sand ist der produktbezogene Wert des Lieferanten meist deutlich besser als ein allgemeiner Tabellenwert. Fragen Sie nach der Einheit und danach, ob der Wert lose, verdichtet oder in einem anderen Zustand gilt.
Wiegeschein
Wenn Masse und gelieferte Menge dokumentiert sind, kann der Wiegeschein helfen, die tatsächliche Größenordnung zu prüfen. Dabei muss klar sein, auf welches Volumen sich die Masse bezieht.
Baugrund / Labor / Projektunterlagen
Bei Boden, Verdichtung und geotechnischen Aufgaben sind projektbezogene Messwerte oder Fachunterlagen aussagekräftiger als pauschale Dichtebereiche.
Herstellerdaten
Bei Betonmischungen und industriellen Baustoffen haben spezifizierte Produkt- oder Mischungsdaten Vorrang. Ähnlich aussehende Produkte müssen nicht dieselbe Dichte besitzen.
Zwei Beispiele mit Dichtebereich
Beispiel 1: 4 m³ Schotter
Für losen Schotter wird zunächst mit 1,50–1,80 t/m³ geplant.
Vor der Produktwahl ist daher ein Planungsbereich von etwa 6,0–7,2 t ehrlicher als eine einzelne scheinbar genaue Tonnage.
Beispiel 2: 2,5 m³ Normalbeton
Bei 2,30–2,45 t/m³ ergibt sich überschlägig eine Masse von etwa 5,75–6,13 t. Für die Bestellung wird Beton normalerweise nach Volumen disponiert; die Masse dient hier vor allem als Plausibilitäts- und Logistikcheck.
Plausibilitätscheck: Sieht die Masse realistisch aus?
- Ergeben wenige Kubikmeter plötzlich mehrere hundert Tonnen, prüfen Sie zuerst Einheiten und Dezimalstellen.
- Wiegt nasser Sand in Ihrer Rechnung weniger als dieselbe Menge trockener Sand, wurden wahrscheinlich Dichtewerte vertauscht.
- Wirkt die Zahl der Lkw-Fahrten beim Aushub zu niedrig, prüfen Sie, ob festes oder loses Volumen verwendet wurde.
- Liegt Stahl nur knapp über Holz bei gleichem Vollmaterial-Volumen, ist vermutlich die Einheit falsch.
- Wird eine Nutzlast-, Kran- oder Sicherheitsgrenze berührt, reicht ein allgemeiner Tabellenmittelwert nicht aus.
Häufige Fehler bei Dichtetabellen
| Fehler | Folge | Besser |
|---|---|---|
| Rohdichte von Gestein für losen Schotter verwenden | Hohlräume werden ignoriert und die Masse kann stark überschätzt werden. | Schüttdichte des konkreten Lieferzustands verwenden. |
| Feuchte ignorieren | Boden, Sand und Holz können deutlich schwerer oder leichter sein. | Materialzustand und Feuchte berücksichtigen. |
| kg/m³ und t/m³ vermischen | Fehler um Faktor 1.000. | 1.700 kg/m³ = 1,70 t/m³. |
| m³ mit falscher imperialer Dichte multiplizieren | Einheiten passen nicht zusammen. | Vorher konsequent in ein gemeinsames Einheitensystem umrechnen. |
| Einen Mittelwert als exakten Produktwert darstellen | Unsicherheit wird verborgen. | Bis zur Produktfestlegung mit Unter-/Obergrenze arbeiten. |
Für Bau-Azubis und Schüler
Dichte verbindet Geometrie mit Masse. Das Volumen beschreibt den Raum, den ein Material einnimmt. Die Dichte beschreibt, wie viel Masse auf dieses Volumen entfällt.
Übung: 2,8 m³ trockener Kies werden mit 1,60–1,80 t/m³ angesetzt. Die Untergrenze ist 2,8 × 1,60 = 4,48 t; die Obergrenze 2,8 × 1,80 = 5,04 t.
Kontrollfrage: Warum darf für 5 m³ lose Kieslieferung nicht automatisch die Rohdichte des massiven Gesteins verwendet werden?
Antwort: Das Liefer-Volumen enthält Hohlräume zwischen den Körnern. Dafür wird eine passende Schüttdichte benötigt.
Von Volumen zu Gewicht und Bestellung weiterrechnen
Wählen Sie den nächsten Schritt passend zur Material- und Projektart.