Wie viel Erdaushub fällt an?
Ist das Ergebnis plausibel?
Was beeinflusst den Aushub am stärksten?
Was machen Sie mit dem Ergebnis?
Grundbau und Fundament weiter kalkulieren
Nutzen Sie die Aushubabmessungen weiter für Schüttgut, Beton, Bewehrung oder die Fundamentplanung.
Aushub berechnen: Baugrube oder Graben in Kubikmetern
Ein Aushubrechner muss zuerst klären, welche Geometrie tatsächlich gemessen wird. Bei einem geradwandigen Graben oder einer rechteckigen Baugrube ist das feste Volumen das Produkt aus tatsächlicher Aushublänge, Aushubbreite und Tiefe. Beschreiben Ihre Maße dagegen nur das spätere Bauwerk, muss zusätzlicher Arbeitsraum berücksichtigt werden.
Dieses Volumen beschreibt den Boden im gewachsenen Zustand. Es ist nicht automatisch die Menge, die später auf einem Zwischenlager liegt oder in Lkw abgefahren wird. Dafür trennt der Rechner festes Volumen, loses Volumen, Masse und Fahrten bewusst voneinander.
Woher kommen die Eingabedaten?
Abmessungen und Arbeitsraum
Nutzen Sie Baugrubenplan, Schnitte, Absteckmaße oder eine tatsächliche Baustellenmessung. Prüfen Sie, ob die angegebenen Maße den Baukörper oder bereits die Baugrube beschreiben. Arbeitsraum nicht doppelt addieren.
Böschung und Baugrubensicherung
Die Geometrie muss aus der projektspezifischen Planung kommen. Der Rechner wandelt nur Verhältnis oder Winkel in Volumen um und entscheidet nicht, ob eine Böschung oder ein Verbau sicher ist.
Bodendichte und Auflockerung
Bevorzuge Baugrundgutachten, Projektwerte, Laborangaben oder abgestimmte Werte von Erdbauer, Fuhrunternehmen oder Entsorger. Dichte und Auflockerung müssen denselben Materialzustand sinnvoll beschreiben.
Lkw und Preise
Verwenden Sie tatsächliches Ladevolumen und zulässige Nutzlast des vorgesehenen Fahrzeugs. Bei Preisen immer prüfen, ob nach festem m³, Ladung oder Tonne abgerechnet wird.
Arbeitsraum: kleine Zugabe, große Volumenwirkung
Arbeitsraum wird auf beiden Seiten einer Abmessung addiert. Bei 0,50 m je Seite wächst eine 10 × 6 m große Grundfläche auf 11 × 7 m. Bei gleicher Tiefe kann dieser Unterschied deutlich mehr Aushub verursachen.
Darum zeigt die dynamische Interpretation, wie stark der eingegebene Arbeitsraum das feste Volumen gegenüber derselben Geometrie ohne Arbeitsraum erhöht.
Geböschte Baugrube: obere Fläche mitrechnen
Bei einer Böschung wird die Baugrube nach oben breiter. Der Rechner berechnet die obere Länge und Breite aus Tiefe und Böschungsverhältnis beziehungsweise Winkel und verwendet anschließend die Prismatoidenformel.
Das ist eine Mengenberechnung. Standsicherheit und zulässige Ausführung bleiben außerhalb des Rechners.
Auflockerung: vom gewachsenen Boden zum losen Erdaushub
Nach dem Lösen kann Boden mehr Raum beanspruchen als im gewachsenen Zustand. Für Abtransport, Container oder Zwischenlager ist deshalb das lose Aushubvolumen oft wichtiger als das reine Baugrubenvolumen.
Beispiel: 90 m³ fester Aushub mit 25% Auflockerung ergeben 112,5 m³ loses Material. 25% und ein Faktor 1,25 beschreiben hier denselben Zusammenhang; 125% als Eingabe würde dagegen etwas völlig anderes bedeuten.
Aushub-Mengenkette – vier Mengen für vier Entscheidungen
Beim Erdaushub entstehen mehrere Zahlen, die nicht gegeneinander austauschbar sind. Diese Mengenkette hilft zu entscheiden, welche Zahl für welchen nächsten Schritt verwendet werden soll.
| Mengenstufe | Was beschreibt sie? | Typische Verwendung | Nicht verwechseln mit |
|---|---|---|---|
| Festes Aushubvolumen | Boden vor dem Lösen | Geometrie, Mengenansatz, ggf. Aushubpreis je festem m³ | losem Haufwerk |
| Loses Volumen | aufgelockertes Material nach dem Aushub | Muldenvolumen, Zwischenlager, volumetrischer Transport | gewachsenem m³ |
| Geschätzte Masse | Masse des ausgehobenen Bodens | Nutzlast, Entsorgung nach Gewicht | Volumen |
| Lkw-Ladungen | auf ganze Fahrten gerundete Transportmenge | Transportplanung und Preis je Fahrt | rechnerischen Teilfahrten |
Merksatz: Erst den Materialzustand bestimmen, dann die passende Einheit und erst danach den Preis oder die Kapazität anwenden.
Gewicht und Nutzlast
Der Rechner schätzt die Masse aus festem Volumen × eingegebener Dichte des gewachsenen Bodens. Wenn Sie zusätzlich eine Lkw-Nutzlast eingeben, werden Fahrten nach Volumen und nach Masse getrennt berechnet.
Bei dichtem Material kann die Nutzlast früher erreicht werden als das Ladevolumen. Deshalb wird für die Planung die größere Fahrtenzahl verwendet.
Aushub-, Transport- und Entsorgungskosten
Die Kostenfelder sind bewusst getrennt: Aushubpreis je festem Volumen, Transport je Ladung und Entsorgung je Tonne beziehungsweise short ton. So können Sie Angebote mit unterschiedlichen Abrechnungsgrundlagen nachbilden.
Nicht automatisch enthalten sind z. B. Wasserhaltung, Verbau, kontaminierter Boden, Baustelleneinrichtung, Wartezeiten oder Wiederverfüllung.
Ist Ihr Aushubergebnis realistisch?
Beginnen Sie mit der Geometrie. Bei senkrechten Seiten muss die angezeigte untere Länge × Breite × Tiefe wieder das feste Volumen ergeben. Bei geböschten Seiten dürfen die oberen Abmessungen nicht kleiner als die unteren sein. Wenn die obere Baugrube unerwartet groß wird, prüfen Sie zuerst die Konvention des Böschungsverhältnisses und die Tiefe.
Danach kontrollieren Sie die Zustände: Der prozentuale Unterschied zwischen festem und losem Volumen muss genau der eingegebenen Auflockerung entsprechen. Bei den Lkw-Fahrten ist eine Differenz zwischen Volumen- und Nutzlastgrenze nicht automatisch falsch; sie ist aber ein Signal, Dichte und Fahrzeugdaten noch einmal zu prüfen.
Typische Fehler beim Aushub berechnen
| Fehler | Warum problematisch? | Besser |
|---|---|---|
| Baukörpermaße als Baugrube verwenden | Arbeitsraum fehlt. | Prüfen, ob die Maße bereits den Aushub beschreiben. |
| Arbeitsraum doppelt addieren | Volumen wird zu groß. | Bei bereits fertigen Baugrubenmaßen Arbeitsraum = 0. |
| Festes und loses Volumen vermischen | Transportmenge wird falsch. | Auflockerung erst nach dem festen Volumen anwenden. |
| Lose Dichte mit festem Volumen oder umgekehrt | Masse passt nicht zum Materialzustand. | Dichte und Volumen aus demselben Zustand verwenden. |
| Teilfahrten nicht aufrunden | Der letzte Rest wird nicht transportiert. | Transportfahrten auf ganze Ladungen aufrunden. |
| Böschung als Sicherheitsentscheidung verstehen | Geometrie ersetzt keine Baugrubensicherung. | Projekt- und Sicherheitsvorgaben separat prüfen. |
Für Bau-Azubis und Schüler: Aushubmengen Schritt für Schritt
Beim Aushub werden drei Rechenarten verbunden: Geometrie, Prozentrechnung und Dichte. Die wichtigste Lernregel lautet: Jede Zahl braucht einen Materialzustand und eine Einheit.
Kurzes Schulbeispiel: Ein 10 m langer, 1 m breiter und 1,5 m tiefer Graben hat 15 m³ festes Volumen. Bei 20% Auflockerung entstehen 18 m³ loses Volumen. Ein Lkw mit 8 m³ Ladevolumen braucht 18 ÷ 8 = 2,25, also mindestens 3 Fahrten, sofern die Nutzlast nicht noch stärker begrenzt.
Übungsaufgaben
Aufgabe 1: Leitungsgraben
20 m lang, 0,6 m breit und 1,2 m tief. Senkrechte Seiten, 25% Auflockerung, 1.700 kg/m³ Boden, 8 m³ Lkw und 12 t Nutzlast.
Aufgabe 2: geböschte Baugrube
8 × 6 m Baukörper, 2 m tief, 0,5 m Arbeitsraum, 0,5H:1V Böschung, 30% Auflockerung und 1.800 kg/m³ Boden.
Aufgabe 3: US-Einheiten
50 × 2 × 4 ft Graben, senkrechte Seiten, 20% Auflockerung, 105 lb/ft³ Boden, 10 yd³ Ladevolumen und 12 short tons Nutzlast.
Wann der Aushubrechner nicht ausreicht
Der Rechner ist eine Mengenkalkulation, keine Planung der Baugrubensicherung. Er erkennt keine Leitungen, klassifiziert keinen Boden, bemisst keinen Verbau, bestimmt keine sichere Böschung, prüft kein Grundwasser und bewertet keine Nachbarbebauung.
Gerade bei Baugruben und Gräben müssen Standsicherheit und Schutzmaßnahmen frühzeitig separat geplant werden. Für die Mengenplanung können Sie anschließend mit dem Kies- & Schotterrechner, dem Betonrechner oder dem Ratgeber zur Fundamentplanung weiterarbeiten.
Hintergrund lernen
Vertiefe die Rechenmethode oder prüfe Referenzwerte, ohne die aktuelle Kalkulation zu verlassen.