Weiterrechnen
Prüfen Sie den Rabatt gemeinsam mit Marge, Deckungsbeitrag und Break-even, bevor Sie eine Aktion freigeben.
So funktioniert der Rabatt-Gewinn-Rechner
Ein Rabatt senkt den Verkaufspreis sofort. Die Kosten für eine verkaufte Einheit bleiben jedoch häufig zunächst gleich. Deshalb kann der prozentuale Rückgang des Rohertrags je Einheit deutlich größer sein als der beworbene Rabatt. Der Rechner macht diesen Zusammenhang sichtbar und beantwortet anschließend die praktische Frage: Wie viel mehr muss verkauft werden, um den bisherigen Rohertrag zu erreichen?
Für den Vergleich wird eine einheitliche Kostenbasis je Einheit verwendet. Das Modell eignet sich für Produkte, Aufträge, Dienstleistungspakete oder andere wiederholbare Verkaufseinheiten, wenn Normalpreis und relevante Stückkosten bekannt sind.
Grundformeln
Rabattpreis = ursprünglicher Preis × (1 − Rabatt %)
Ursprünglicher Rohertrag / Einheit = ursprünglicher Preis − Kosten je Einheit
Rohertrag / Einheit nach Rabatt = Rabattpreis − Kosten je Einheit
Marge nach Rabatt = Rohertrag nach Rabatt ÷ Rabattpreis × 100
Solange der Rohertrag je rabattierter Einheit positiv bleibt:
Erforderlicher Rabattabsatz = Basisabsatz × ursprünglicher Rohertrag / Rohertrag nach Rabatt
Erforderlicher Mehrabsatz % = (erforderlicher Absatz ÷ Basisabsatz − 1) × 100
Beispiel: Warum 10% Rabatt deutlich mehr als 10% Mehrabsatz erfordern können
Ein Produkt kostet im Verkauf 100 € und verursacht 60 € Kosten je Einheit. Zum Normalpreis beträgt der Rohertrag 40 € und die Marge 40%. Bei 10% Rabatt sinkt der Verkaufspreis auf 90 €, die Kosten bleiben aber bei 60 €.
Der Rohertrag nach Rabatt beträgt daher nur noch 30 € je Einheit. Für den Kunden sinkt der Preis um 10%, der Rohertrag je Einheit fällt jedoch von 40 € auf 30 € – also um 25%.
Werden normalerweise 100 Einheiten verkauft, liegt der Basis-Rohertrag bei 4.000 €. Um 4.000 € mit 30 € Rohertrag je rabattierter Einheit zu erreichen, sind rechnerisch etwa 133,33 Einheiten nötig, also mindestens 134 ganze Einheiten. Der theoretische Mehrabsatz beträgt rund 33,33%.
Woher kommen die Eingabedaten?
Ursprünglicher Verkaufspreis
Nutzen Sie den regulären Preis desselben Produkts oder derselben Leistung vor der Aktion. Netto- oder Bruttobetrachtung muss zu den Kosten passen.
Kosten je Einheit
Verwenden Sie die für die Entscheidung relevante Kostenbasis, zum Beispiel Einstandskosten oder direkte beziehungsweise variable Stückkosten.
Basisabsatz
Nutzen Sie historische Verkäufe oder eine realistische Prognose zum Normalpreis für denselben Zeitraum, Kanal und Produktumfang.
Ist Ihr Ergebnis realistisch?
Prüfen Sie zuerst das Verhältnis zwischen ursprünglicher Marge und geplantem Rabatt. In diesem vereinfachten Stückmodell entspricht der Rabatt, bei dem der Verkaufspreis genau auf die eingegebenen Kosten fällt, der ursprünglichen Marge. Wird diese Schwelle erreicht, beträgt der Rohertrag je Einheit null. Bei einem noch höheren Rabatt wird er negativ.
- Ist der notwendige Mehrabsatz überraschend hoch, prüfen Sie zuerst Preis und Kostenbasis.
- Wird die Marge negativ, klären Sie, ob die Aktion bewusst unter Kosten verkauft oder ob Eingabedaten fehlen.
- Basisabsatz und erwarteter Rabattabsatz müssen sich auf denselben Zeitraum beziehen.
- Wenn Lagerbestand, Personal oder Produktionskapazität den berechneten Absatz nicht zulassen, kann der Rabatt nicht allein durch Mehrmenge kompensiert werden.
Was beeinflusst das Ergebnis am stärksten?
Entscheidend ist, wie viel Rohertrag vor dem Rabatt je Einheit vorhanden ist. Ein Produkt mit hoher Marge kann denselben prozentualen Rabatt leichter verkraften als ein Produkt mit knapper Marge. Ist der ursprüngliche Rohertrag gering, frisst derselbe Preisnachlass einen wesentlich größeren Anteil davon auf.
Auch die Kosten je Einheit sind zentral. Steigen Einkauf, Fulfillment oder direkte Arbeitskosten bei unverändertem Rabatt, sinkt der Rohertrag nach Rabatt weiter und der notwendige Mehrabsatz steigt. Eine echte Stückkostensenkung kann den Effekt dagegen teilweise ausgleichen.
Die Entwicklung ist nicht linear: Je näher der Rabattpreis an die Kosten je Einheit kommt, desto näher rückt der Rohertrag pro Verkauf an null – und desto stärker steigt die erforderliche Absatzmenge.
Rabatt ist nicht gleich Rohertragsrückgang
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, 10% Rabatt würden den Gewinn ungefähr um 10% senken. Der Rabatt wird jedoch vom Verkaufspreis berechnet, während der Rohertrag nur der nach Kosten verbleibende Betrag ist.
Beispiel: Verkaufspreis 100 €, Kosten 80 €, Rohertrag 20 €. Ein Rabatt von 10% senkt den Preis auf 90 € und den Rohertrag auf 10 €. Der Preisnachlass beträgt 10%, der Rohertrag je Einheit sinkt aber um 50%. Unter unveränderten Stückkosten wäre der doppelte Absatz nötig, um denselben Rohertrag zu erreichen.
Wann kann Mehrabsatz den Rabatt nicht ausgleichen?
Der Mengenausgleich funktioniert nur, wenn jede rabattierte Einheit noch einen positiven Rohertrag unter der gewählten Kostenbasis erzeugt. Entspricht der Rabattpreis genau den Kosten, trägt jede weitere Einheit null Rohertrag bei. Liegt der Preis darunter, vergrößert jeder zusätzliche Verkauf den Rohertragsverlust.
Auch bei positivem Stückertrag kann der rechnerische Mehrabsatz praktisch unerreichbar sein. Ein notwendiger Absatzanstieg von 80% bedeutet nicht, dass die Nachfrage tatsächlich um 80% wächst. Kapazität, Lagerbestand, Saisonalität, Kannibalisierung und zusätzliche Vertriebskosten können die Schwelle unrealistisch machen.
Was tun mit dem Ergebnis?
- Kostenbasis prüfen. Stellen Sie sicher, dass alle für die Entscheidung relevanten Stückkosten enthalten sind.
- Erforderlichen mit realistischem Absatz vergleichen. Liegt die Schwelle deutlich über einer glaubwürdigen Absatzsteigerung, sollte der Rabatt überdacht werden.
- Mehrere Rabatte testen. Vergleichen Sie zum Beispiel 5%, 10% und 15% statt nur ein Szenario zu betrachten.
- Kapazität prüfen. Lager, Produktion, Lieferung und Kundenservice müssen den zusätzlichen Absatz bewältigen können.
- Aktion nachmessen. Vergleichen Sie anschließend realisierten Preis, Absatz, Retouren und tatsächliche Stückkosten mit den Annahmen.
Für Schüler, Auszubildende und Studierende
Der Rechner verbindet Prozentrechnung mit grundlegender Preiskalkulation. Sei der reguläre Verkaufspreis P, die Kosten je Einheit K, der Rabattsatz r und der normale Absatz Q. Dann ist der Rabattpreis P(1 − r). Der ursprüngliche Stückertrag ist P − K, nach Rabatt beträgt er P(1 − r) − K.
Um denselben Gesamt-Rohertrag zu erhalten, setzt man Alt und Neu gleich: Q(P − K) = Qr[P(1 − r) − K]. Nach Qr aufgelöst ergibt sich der erforderliche Rabattabsatz.
Aufgabe 1
Ein Produkt kostet 100 € im Verkauf, verursacht 60 € Kosten und wird um 10% rabattiert. Der Basisabsatz beträgt 100 Stück. Berechnen Sie Rabattpreis, Marge und notwendigen Mehrabsatz.
Aufgabe 2
Ein Artikel kostet 52 € und wird regulär für 80 € verkauft. Bei 15% Rabatt werden normalerweise 250 Einheiten zugrunde gelegt. Wie viele Rabattverkäufe sind für denselben Rohertrag nötig?
Aufgabe 3
Ein Dienstleistungspaket kostet 120 € in der Leistungserbringung und regulär 250 €. Bei 20% Rabatt soll der Absatz von 40 auf 55 Pakete steigen. Liegt der erwartete Rohertrag über dem Ausgangswert?