Weiterrechnen
Nach der Bruttomarge können Sie dieselbe Kalkulation als Aufschlag, Deckungsbeitrag und Break-even-Szenario prüfen.
So funktioniert der Margenrechner
Der Rechner betrachtet die Bruttomarge auf Einheitenebene: den Anteil des Verkaufspreises, der nach Abzug der eingegebenen Kostenbasis verbleibt. Er eignet sich zur Kalkulation von Produkten, Leistungspaketen, Aufträgen oder anderen Einheiten mit einer nachvollziehbaren Kostenbasis.
Wählen Sie Verkaufspreis aus Kosten + Zielmarge, wenn die Stückkosten bekannt sind und ein Preis für eine gewünschte Bruttomarge gesucht wird. Mit Marge aus Kosten + Verkaufspreis prüfen Sie einen vorhandenen Preis und erhalten tatsächliche Marge, Rohertrag und den entsprechenden Kalkulationsaufschlag.
Wichtige Formeln
Rohertrag = Verkaufspreis − Kosten
Bruttomarge % = Rohertrag ÷ Verkaufspreis × 100
Verkaufspreis bei Zielmarge = Kosten ÷ (1 − Marge % ÷ 100)
Aufschlag % = Rohertrag ÷ Kosten × 100
Rechenbeispiel: Verkaufspreis für 35% Bruttomarge
Angenommen, ein Produkt verursacht Stückkosten von 65 € und das Unternehmen möchte 35% Bruttomarge erzielen.
- 35% als Dezimalzahl: 0,35.
- Von 1 abziehen: 1 − 0,35 = 0,65.
- Erforderlicher Verkaufspreis: 65 € ÷ 0,65 = 100 €.
- Rohertrag: 100 € − 65 € = 35 €.
- Kontrolle: 35 € ÷ 100 € = 35% Bruttomarge.
Der entsprechende Aufschlag beträgt dagegen 35 € ÷ 65 € ≈ 53,85%. Derselbe Rohertrag führt zu unterschiedlichen Prozentwerten, weil die Marge den Verkaufspreis und der Aufschlag die Kosten als Bezugsgröße verwendet.
Marge und Aufschlag nicht verwechseln
Wer 30% auf die Kosten aufschlägt, erzeugt einen 30% Aufschlag, aber keine 30% Bruttomarge. Für eine echte Zielmarge von 30% ist ein höherer Verkaufspreis nötig.
| Ziel-Bruttomarge | Entsprechender Aufschlag | Preisfaktor |
|---|---|---|
| 10% | 11,11% | 1,111× |
| 20% | 25,00% | 1,250× |
| 30% | 42,86% | 1,429× |
| 40% | 66,67% | 1,667× |
| 50% | 100,00% | 2,000× |
Diese Umrechnungen sind mathematische Beziehungen und keine Empfehlung für eine bestimmte Branche. Eine passende Marge hängt unter anderem von Kostenstruktur, Wettbewerb, Kundennutzen, Nachfrage und Rabatten ab.
Woher kommen die richtigen Kostendaten?
Die Aussagekraft des Rechners hängt von der eingegebenen Kostenbasis ab. Verwenden Sie für Vergleiche immer dieselbe Abgrenzung.
Handelsware
Ausgangspunkt ist meist der relevante Einkaufs- oder Einstandspreis je Einheit. Je nach Kalkulationsmethode können direkt zurechenbare Fracht, Zölle oder Aufbereitung dazugehören.
Eigene Produktion
Nutzen Sie die Produktkosten, die Ihr Betrieb tatsächlich auswertet, etwa Material und Fertigungslöhne plus die Produktionskosten, die nach Ihrer Methode zum Wareneinsatz gehören.
Dienstleistungen
Schätzen Sie die direkten Kosten einer abrechenbaren Stunde, eines Termins, Projektbausteins oder Leistungspakets. Interne Stundenkosten sind nicht dasselbe wie der Verkaufspreis.
Ist das Ergebnis realistisch?
Nutzen Sie den berechneten Preis als Plausibilitätsprüfung, nicht als automatische Preisempfehlung. Ein mathematisch korrekter Preis kann wirtschaftlich ungeeignet sein, wenn Kosten fehlen oder der Markt ihn nicht akzeptiert.
- Wirkt der Preis zu niedrig, prüfen Sie, ob Fracht, Material, Lohn, Verpackung, Plattformgebühren oder andere direkte Kosten fehlen.
- Wirkt der Preis überraschend hoch, kontrollieren Sie, ob Sie tatsächlich eine Marge und nicht einen Aufschlag eingegeben haben.
- Nahe 100% Zielmarge steigt der erforderliche Preis extrem, weil der Nenner der Formel gegen null geht.
- Ergibt ein bestehender Verkaufspreis eine negative Marge, liegt er unter der eingegebenen Kostenbasis.
Was beeinflusst die Bruttomarge am stärksten?
Bei unveränderten Kosten erhöht ein höherer Verkaufspreis Rohertrag und Marge. Bei unverändertem Verkaufspreis senken höhere Stückkosten beide Werte. Rabatte wirken wie eine direkte Preissenkung: Bleiben die Kosten gleich, schrumpft die Bruttomarge.
Beispiel: Bei 65 € Kosten und 100 € Verkaufspreis beträgt die Marge 35%. Sinkt der Preis durch Rabatt auf 90 €, bleiben nur 25 € Rohertrag und die Marge fällt auf etwa 27,78%.
Prüfen Sie deshalb mehrere Szenarien: Normalpreis, Aktionspreis, erwartete Kostensteigerung und konservative Absatzmenge. Mehr Menge erhöht den gesamten Rohertrag, repariert aber keine zu geringe Marge je Einheit.
Was tun mit dem Ergebnis?
- Kostenbasis prüfen. Sind alle direkten Kosten enthalten, die die Bruttomarge decken soll?
- Marktpreis vergleichen. Eine Zielmarge garantiert nicht, dass Kunden den daraus entstehenden Preis akzeptieren.
- Rabatte testen. Berechnen Sie die tatsächliche Marge auch für Aktions- und Verhandlungspreise.
- Weitere Kosten berücksichtigen. Gemeinkosten, Personal, Marketing, Zahlungsgebühren, Finanzierung und Steuern werden erst nach dem Rohertrag relevant.
- Neu kalkulieren. Wiederholen Sie die Rechnung bei wesentlichen Änderungen von Lieferantenpreisen, Löhnen oder Verkaufspreisen.
Für Schülerinnen, Schüler und Auszubildende im kaufmännischen Bereich
Bei der Bruttomarge ist die richtige Bezugsgröße entscheidend. Die Marge bezieht sich auf den Verkaufspreis, der Aufschlag auf die Kosten. Beide Kennzahlen beginnen mit demselben Rohertrag.
Mit Kosten K, Verkaufspreis P und Rohertrag R gilt R = P − K. Die Bruttomarge ist R ÷ P, der Aufschlag R ÷ K. Wird der Verkaufspreis für eine Zielmarge m gesucht, lässt sich die Formel zu P = K ÷ (1 − m) umstellen.
Aufgabe 1
Ein Produkt kostet 60 €. Bestimmen Sie den Verkaufspreis für 25% Bruttomarge, den Rohertrag je Stück und den entsprechenden Aufschlag.
Aufgabe 2
Eine Ware kostet 72 € und wird für 100 € verkauft. Berechnen Sie Rohertrag, Bruttomarge und Aufschlag bei 50 verkauften Stück.
Aufgabe 3
Ein Leistungspaket verursacht direkte Kosten von 135 €. Bestimmen Sie den Verkaufspreis für 45% Bruttomarge und den gesamten Rohertrag bei 12 Paketen.