Was bedeutet das Ergebnis der PV-Amortisation?
Der Rechner bewertet selbst genutzten Solarstrom und eingespeisten Solarstrom getrennt. Danach werden die eingetragenen laufenden Jahreskosten abgezogen und der verbleibende Nettonutzen mit der Nettoinvestition verglichen.
Ändern Sie oben einen Wert; die Interpretation wird automatisch aktualisiert.
Weiterrechnen
Die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage hängt nicht nur vom Jahresertrag ab, sondern auch davon, welche elektrischen Verbraucher den Solarstrom tatsächlich nutzen können. Mit diesen Rechnern können Sie das Szenario weiter aufbauen.
Wie berechnet der Photovoltaik-Amortisationsrechner?
Ausgangspunkt ist der eingetragene PV-Jahresertrag in kWh/a. Die Eigenverbrauchsquote bestimmt, welcher Teil dieser Energie direkt im Gebäude genutzt wird. Der übrige Teil wird im Modell als Einspeisung behandelt.
Beide Energiemengen erhalten anschließend einen eigenen Geldwert. Für selbst genutzten PV-Strom gilt der eingegebene vermiedene Netzstrompreis. Für eingespeisten Strom gilt der von Ihnen eingetragene Einspeisewert.
Die Nettoinvestition ist hier der Anlagenpreis abzüglich der bewusst eingetragenen Förderung. Eine Amortisationszeit wird nur berechnet, wenn der jährliche Nettonutzen positiv ist. Das Ergebnis ist eine einfache Vergleichskennzahl und kein vollständiger Finanzplan.
Woher bekommen Sie die Eingabedaten?
| Eingabe | Sinnvolle Quelle | Worauf achten? |
|---|---|---|
| Kosten der PV-Anlage | Angebot, Vertrag oder Rechnung | Vergleichen Sie Angebote mit gleichem Leistungsumfang: Module, Wechselrichter, Montagesystem, Montage und weitere einbezogene Komponenten. |
| Förderung / Zuschuss | Förderbescheid oder verbindliche Förderunterlagen | Nur Beträge abziehen, die tatsächlich die von Ihnen getragene Investition reduzieren. |
| PV-Jahresertrag | Ertragsprognose, standortbezogene Simulation oder Monitoring | Benötigt werden kWh pro Jahr, nicht die Anlagenleistung in kWp. |
| Eigenverbrauchsquote | Lastprofil, Monitoring oder nachvollziehbare Planung | Die Quote beschreibt den Anteil der PV-Erzeugung, der vor Ort genutzt wird. |
| Vermiedener Netzstrompreis | Stromvertrag oder aktuelle Abrechnung | Nutzen Sie den Preisanteil pro kWh, der tatsächlich entfällt, wenn eine kWh nicht aus dem Netz bezogen wird. Unveränderte Grundpreise sind kein vermiedener kWh-Preis. |
| Einspeisewert | Ihr konkretes Vergütungs-, Vertrags- oder Abrechnungsmodell | Tragen Sie den für Ihr Szenario tatsächlich relevanten Wert pro eingespeister kWh ein; verwenden Sie keine pauschale Internetzahl. |
| Laufende Kosten | Wartungs-, Versicherungs- oder Serviceunterlagen | Nur regelmäßig anfallende Kosten eintragen, die Sie in diesem einfachen Jahresmodell berücksichtigen möchten. |
Jahresertrag und Preisannahmen sauber festlegen
Für die Amortisationsrechnung ist eine realistische Ertragsannahme wichtiger als eine möglichst optimistische Zahl. Verwenden Sie nach Möglichkeit eine standortbezogene Prognose, die Dachausrichtung, Neigung, Verschattung und typische Systemverluste berücksichtigt. Bei einer bereits betriebenen Anlage sind vollständige Monitoringdaten eines repräsentativen Jahres oft aussagekräftiger als die reine Nennleistung.
Auch beim Strompreis sollten Sie genau prüfen, welchen Wert eine selbst verbrauchte kWh tatsächlich ersetzt. Ein Grundpreis, der unabhängig vom Verbrauch weiterläuft, wird durch eine zusätzliche selbst erzeugte kWh normalerweise nicht vermieden. Für die Einspeisung gilt dasselbe Prinzip: Tragen Sie den Geldwert ein, der für Ihr konkretes Abrechnungsmodell relevant ist. Der Rechner setzt bewusst keine feste Einspeisevergütung voraus, weil Vertrags- und Vergütungsbedingungen vom konkreten Fall abhängen können.
Wenn Sie unsicher sind, rechnen Sie mindestens drei Szenarien: vorsichtig mit niedrigerem Ertrag und konservativen Preisen, Basis mit Ihren wahrscheinlichsten Annahmen und günstig mit etwas höherem Ertrag oder Eigenverbrauch. Entscheidend ist nicht, welche Variante die kürzeste Amortisation zeigt, sondern wie empfindlich das Ergebnis auf plausible Änderungen reagiert.
Eigenverbrauchsquote ist nicht Autarkiegrad
Eigenverbrauchsquote bedeutet: Welcher Anteil der erzeugten PV-Energie wird im Gebäude genutzt? Autarkiegrad bedeutet dagegen: Welcher Anteil des gesamten Stromverbrauchs wird durch PV gedeckt? Das sind zwei verschiedene Bezugsgrößen.
Der Amortisationsrechner benötigt die Eigenverbrauchsquote, weil sie festlegt, wie viele erzeugte kWh mit dem vermiedenen Netzstrompreis und wie viele mit dem Einspeisewert bewertet werden.
kWp und kWh/a sind nicht dasselbe
kWp beschreibt die Nennleistung einer PV-Anlage unter definierten Prüfbedingungen. kWh/a beschreibt dagegen die im Jahr erzeugte elektrische Energie. Zwei Anlagen mit gleicher kWp-Leistung können je nach Standort, Ausrichtung, Verschattung und Systemverlusten unterschiedliche Jahreserträge haben.
Wenn im Angebot nur die Anlagengröße steht, benötigen Sie für die Amortisationsrechnung zusätzlich eine nachvollziehbare Ertragsprognose.
Welche Eingaben beeinflussen die Amortisation am stärksten?
Welcher Parameter am wichtigsten ist, hängt vom Projekt ab. Für die meisten Szenarien sollten Sie jedoch besonders diese fünf Größen prüfen:
- Nettoinvestition: Je mehr Kapital bei gleichem Jahresnutzen zurückverdient werden muss, desto länger die einfache Amortisationszeit.
- PV-Jahresertrag: Mehr nutzbare Solarenergie erhöht grundsätzlich die Energiemenge, die Eigenverbrauch oder Einspeisung zugeordnet werden kann.
- Differenz zwischen Netzstrompreis und Einspeisewert: Je größer die Differenz zugunsten des Eigenverbrauchs, desto stärker wirkt eine höhere Eigenverbrauchsquote im Modell.
- Eigenverbrauchsquote: Sie verschiebt erzeugte kWh zwischen den beiden unterschiedlich bewerteten Energieflüssen.
- Laufende Kosten: Sie reduzieren den jährlich verfügbaren Nettonutzen und verlängern damit bei sonst gleichen Werten die Amortisation.
Ist Ihr Ergebnis plausibel?
Prüfen Sie zuerst die Einheiten und Zusammenhänge, statt sich an einer angeblich „typischen“ Amortisationszeit festzuhalten. Der Jahresertrag muss in kWh/a stehen, die Eigenverbrauchsquote zwischen 0% und 100% liegen, die Förderung darf die eingetragenen Anlagenkosten nicht übersteigen und Strompreis sowie Einspeisewert müssen dieselbe Währung verwenden. Liegen die laufenden Kosten in der Nähe des Bruttowerts oder darüber, ist es korrekt, dass das Modell keine positive einfache Amortisation erreicht.
Rechenbeispiel: 6.000 kWh PV-Ertrag pro Jahr
Angenommen, eine PV-Anlage kostet 12.000 €, erhält keinen Zuschuss und erzeugt voraussichtlich 6.000 kWh pro Jahr. 40% der Erzeugung werden direkt selbst genutzt. Der vermiedene Netzstrompreis beträgt 0,30 €/kWh, der Einspeisewert 0,08 €/kWh und die laufenden Kosten 120 € pro Jahr.
Das Beispiel zeigt auch, warum die Eigenverbrauchsannahme relevant ist: Die 2.400 selbst genutzten kWh haben in diesem Szenario einen höheren Wert pro kWh als die 3.600 eingespeisten kWh.
Eigenverbrauchsszenarien richtig vergleichen
Bleiben im Beispiel alle anderen Werte unverändert und steigt die Eigenverbrauchsquote von 40% auf 60%, wechseln weitere 1.200 kWh pro Jahr aus dem Einspeiseanteil in den Eigenverbrauch.
Das bedeutet nicht, dass eine höhere Eigenverbrauchsquote beliebig eingestellt werden kann. Sie hängt davon ab, wann die PV-Anlage Strom erzeugt und wann Haushalt, Wärmepumpe, E-Auto oder andere Verbraucher Energie benötigen. Speicher oder Lastverschiebung können das Profil verändern, bringen aber eigene Kosten und Verluste mit.
Für eine saubere Sensitivitätsanalyse ändern Sie jeweils nur eine Annahme. So erkennen Sie, ob die Wirtschaftlichkeit vor allem an Investitionskosten, Ertrag, Eigenverbrauch oder Preisannahmen hängt.
Einfache Amortisation ist nicht dasselbe wie Rendite, Kapitalwert oder Cashflow
Die einfache Amortisationszeit beantwortet nur eine klar begrenzte Frage: Wie viele Jahre würde es bei konstantem jährlichem Nettonutzen dauern, bis die eingetragene Nettoinvestition rechnerisch zurückgeflossen ist? Zukünftige Zahlungen werden dabei nicht abgezinst.
Nicht automatisch berücksichtigt werden unter anderem Finanzierungskosten, Inflation, zukünftige Strompreisänderungen, Änderungen des Einspeisewerts, Steuern, Ertragsdegradation, Wechselrichtertausch, Versicherung, Opportunitätskosten oder ein möglicher Restwert.
Auch der angezeigte einfache 20-Jahres-Nettovorteil arbeitet mit derselben konstanten Jahresannahme:
Nutzen Sie diesen Wert als Szenariovergleich, nicht als garantierte 20-Jahres-Prognose. Für eine Investitionsentscheidung mit Finanzierung oder größeren Ersatzinvestitionen ist eine jahresweise Cashflow-Betrachtung geeigneter.
Was ändert ein Batteriespeicher?
Ein Speicher kann den Eigenverbrauch erhöhen, weil PV-Strom zeitlich verschoben wird. Gleichzeitig verändert er aber Investitionskosten, Umwandlungsverluste, nutzbare Kapazität und möglicherweise spätere Ersatzkosten. Ein grobes Szenario lässt sich über Anlagenkosten und Eigenverbrauchsquote testen; einen Speicherbetrieb simuliert dieser Rechner jedoch nicht.
Was, wenn Einspeisung keinen Wert hat?
Setzen Sie den Einspeisewert auf 0. Die eingespeiste Energiemenge wird weiterhin ausgewiesen, erzeugt im Modell aber keinen finanziellen Nutzen. Das eignet sich für konservative Vergleichsszenarien oder Abrechnungsmodelle, in denen Sie für eingespeiste Energie keinen Geldwert ansetzen möchten.
Für Auszubildende in Elektro-, Energie- und Gebäudetechnik
Dieses Beispiel eignet sich für die Ausbildung, weil es elektrische Energieflüsse in kWh mit einer einfachen Wirtschaftlichkeitsrechnung verbindet. Der wichtigste Schritt ist, den PV-Jahresertrag zunächst in Eigenverbrauch und Einspeisung zu teilen. Erst danach wird jedem Energiefluss der passende Wert pro kWh zugeordnet.
Aufgabe: Eine PV-Anlage kostet 10.000 € und erhält einen Zuschuss von 1.000 €. Sie erzeugt 5.000 kWh/a. 50% der Erzeugung werden selbst genutzt. Der vermiedene Netzstrompreis beträgt 0,28 €/kWh, der Einspeisewert 0,08 €/kWh und die laufenden Kosten 100 €/a. Berechnen Sie Nettoinvestition, jährlichen Nettonutzen und einfache Amortisationszeit.
Häufige Fehler bei der PV-Amortisationsrechnung
- Die Anlagenleistung in kWp als Jahresertrag in kWh/a eintragen.
- Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad miteinander verwechseln.
- Jede erzeugte kWh mit dem vollen Haushaltsstrompreis bewerten, obwohl ein Teil eingespeist wird.
- Den gesamten durchschnittlichen Rechnungsbetrag durch kWh teilen, obwohl unveränderte Grundpreise darin enthalten sind.
- Eine Förderung doppelt abziehen oder höher ansetzen als die eingetragenen Anlagenkosten.
- Einfache Amortisation mit garantierter Rendite gleichsetzen.
- Den 20-Jahres-Wert als sichere Prognose lesen, obwohl das Modell konstante Jahreswerte unterstellt.
Was sollten Sie mit dem Ergebnis machen?
Speichern Sie zuerst ein nachvollziehbares Basisszenario. Testen Sie anschließend einen niedrigeren Jahresertrag, eine andere Eigenverbrauchsquote und konservativere Preisannahmen. Bleibt die Investition auch unter mehreren plausiblen Szenarien interessant, können Sie im nächsten Schritt Finanzierung, Ersatzinvestitionen, Degradation, steuerliche Aspekte und die für Ihren Standort tatsächlich geltenden Vergütungs- oder Vertragsbedingungen in eine detailliertere Wirtschaftlichkeitsrechnung aufnehmen.